Nach jedem Spaziergang kommen die Pfoten zuerst durch die Tür. Im Winter mit Streusalz, im Frühjahr mit Erde, nach dem Regen mit Schlamm, im Sommer einfach warm und leicht schwitzig. Die Pfoten nehmen alles auf – und brauchen deshalb regelmäßige Aufmerksamkeit.
Pfotenpflege klingt nach Aufwand, ist aber eine der einfachsten Routinen, die man mit einem Hund entwickeln kann. Und sie macht einen echten Unterschied: für die Gesundheit der Pfoten, für den Geruch und dafür, wie viel Schmutz am Ende in der Wohnung landet.
Was an den Pfoten hängen bleibt
Zwischen den Zehen ist ein feuchtes, warmes Milieu – ideal für Bakterien und Hefen. Nach nassem Wetter, nach dem Laufen durch Pfützen oder durch hohes Gras verstärkt sich dieses Milieu. Das ist der Ursprung des typischen Pfotengeruchs, den viele als nasse Socken oder Popcorn beschreiben.
Dazu kommen Schmutzpartikel, kleine Steinchen, Streusalzrückstände im Winter und Pollenreste im Frühjahr. Das meiste davon ist harmlos und wird beim Reinigen schnell entfernt. Streusalz ist die Ausnahme – es kann die Pfotenballen reizen und austrocknen, wenn es über längere Zeit einwirkt.
Die Basis nach dem Spaziergang
Für den normalen Alltag reicht eine einfache Routine aus:
Pfoten mit einem feuchten Tuch oder einer Schüssel mit lauwarmem Wasser abwischen beziehungsweise kurz eintauchen. Dabei besonders zwischen den Zehen schauen – dort setzt sich am meisten ab. Anschließend mit einem Handtuch gut trockentupfen.
Das Trocknen ist wichtiger als das Reinigen. Eine Pfote, die feucht bleibt, riecht stärker und bietet Keimen bessere Bedingungen. Wer ein paar Sekunden mehr ins Trocknen investiert, hat tagelang weniger Pfotenpflege-Bedarf.
Für schmutzige Spaziergänge gibt es praktische Pfotenwascher – kleine Behälter, in die man die Pfote stellt und durch Bürsten innen reinigt. Schnell, effektiv, und der Hund gewöhnt sich in der Regel gut daran.
Was man regelmäßig kontrollieren sollte
Neben dem täglichen Reinigen gibt es ein paar Dinge, die es wert sind, regelmäßig anzuschauen:
Ballenzustand – Die Ballen sollten weich und geschmeidig sein. Rissige, spröde Ballen können schmerzhaft sein und sind anfälliger für kleine Verletzungen. Spezielle Pfotenpflege-Balsame oder -Salben halten die Ballen geschmeidig und schützen sie vor Austrocknung. Das ist besonders im Winter bei Kälte und Streusalz sinnvoll.
Krallenlänge – Zu lange Krallen verändern die Belastung beim Gehen und können zu Schmerzen führen. Als Richtwert gilt: Die Krallen sollten beim Stehen auf festem Untergrund nicht hörbar aufklackern. Wenn doch, ist es Zeit zum Kürzen.
Fell zwischen den Zehen – Bei Hunden mit langem Fell wächst zwischen den Zehen oft dichtes Fell, das sich leicht verfilzt, Schmutz und Feuchtigkeit hält und den Pfoten-Mikrobiom-Geruch verstärkt. Regelmäßiges Kürzen dieses Fells hilft.
Wunden und Reizungen – Hunde zeigen Schmerzen an den Pfoten oft durch verstärktes Lecken. Wer bemerkt, dass der Hund intensiv an einer Pfote leckt, sollte sie sich genau anschauen.
Was mit dem Geruch passiert
Der typische Pfotengeruch lässt sich durch regelmäßige Reinigung und konsequentes Trocknen deutlich reduzieren – aber nicht vollständig eliminieren. Das Mikrobiom zwischen den Zehen bleibt, es gehört zur Pfote.
Was sich aber klar verbessert: Je sauberer und trockener die Pfoten nach dem Spaziergang sind, desto weniger intensiv ist der Geruch. Und desto weniger landet davon auf Teppichen, Sofas und Hundebetten.
Wer mehr über den Ursprung des Pfotengeruchs erfahren möchte, findet im Artikel Hund riecht nach nassen Socken – woher kommt dieser Geruch? eine ausführliche Erklärung.
