Man hält die Nase an die Pfoten des Hundes – und riecht… nasse Socken. Oder Popcorn. Oder Chips. Manchmal auch Mais. Es ist ein eigenartiger, leicht warmer Geruch, der nichts mit Schmutz zu tun hat und auch nach dem Waschen wieder auftaucht.
Wer das zum ersten Mal bemerkt, ist oft irritiert. Was ist das? Ist das normal? Muss man etwas tun?
Die Antwort auf die erste Frage ist überraschend interessant.
Das Pfoten-Mikrobiom
Hundepfoten sind kein steriles Terrain. Zwischen den Zehen, in den Falten rund um die Ballen, in dem kleinen feuchten Raum, der entsteht, wenn Pfotenfell auf Pfotenfell trifft – dort lebt eine Gemeinschaft aus Mikroorganismen, die zum normalen Körperbild eines gesunden Hundes gehört.
Zwei Mikroorganismen sind besonders häufig für den bekannten Geruch verantwortlich: Pseudomonas und Proteus. Beides sind Bakterien, die von Natur aus auf der Haut vorkommen und unter warmen, leicht feuchten Bedingungen gut gedeihen. Ihre Stoffwechselprodukte erzeugen genau diesen charakteristischen, leicht säuerlich-muffigen Geruch, den viele als „nasse Socken“ oder eben als Popcorn beschreiben.
Das ist – soweit es nur gelegentlich auftritt und nicht mit anderen Symptomen verbunden ist – völlig normal. Ein bisschen wie der Geruch nach frisch gebackenem Brot, der eigentlich von Hefe kommt. Man weiß jetzt, was dahinter steckt.
Wann es normal ist und wann nicht
Der Pfoten-Geruch ist normal, solange er dezent bleibt und die Pfoten ansonsten gesund aussehen. Hunde, die viel laufen, Feuchtigkeit ausgesetzt sind oder einfach warme Pfoten haben, riechen dort stärker als Hunde, die wenig draußen sind.
Stärker wird es nach dem Spaziergang im Regen, im Sommer bei Wärme, und generell wenn die Pfoten feucht waren und nicht gut getrocknet sind.
Wenn der Geruch aber deutlich intensiver wird, wenn die Pfoten gerötet, geschwollen oder entzündet wirken, wenn der Hund intensiv an den Pfoten kaut oder leckt – dann ist das ein anderes Bild. Dann könnte eine Pilzinfektion, eine bakterielle Entzündung oder eine allergische Reaktion dahinterstecken. In dem Fall sollte man das abklären lassen.
Der „Frito-Geruch“ – ein kleines Internet-Phänomen
Wer diesen Pfoten-Geruch googelt, stößt früher oder später auf den Begriff „Frito Feet“ – benannt nach dem amerikanischen Corn-Chip. Das Phänomen ist so verbreitet, dass es dafür einen eigenen Begriff gibt, und viele Hundebesitzer berichten, dass sie es heimlich mögen. Es hat etwas von einem kleinen privaten Geheimnis zwischen Besitzer und Hund.
Dass ein biologisches Phänomen so einen charmanten Namen bekommt, sagt vielleicht auch etwas darüber aus, wie intensiv Menschen mit ihren Hunden sind.
Was man tun kann
Wer den Geruch stört, kann die Pfoten nach dem Spaziergang trockentupfen statt nur abwischen – weniger Feuchtigkeit bedeutet weniger Nährboden für die Bakterien. Regelmäßiges Reinigen der Zwischenzehenräume hilft ebenfalls, die Mikrobenmenge in einem normalen Rahmen zu halten.
Eine eigene Pflegeroutine für die Pfoten – wie man sie aufbaut und was dabei zu beachten ist – findet sich im Artikel Hund Pfoten reinigen und pflegen – einfache Routine.
Komplett weggehen wird der Geruch aber nicht. Das Mikrobiom der Pfoten lässt sich nicht dauerhaft eliminieren – und das sollte es auch nicht. Es gehört zum Hund.
