Hund Ohren reinigen – Schritt für Schritt erklärt

Die Ohren gehören zu den Körperstellen, die im Alltag schnell vergessen werden. Solange der Hund nicht auffällig kratzt oder der Geruch schon deutlich ist, geraten sie aus dem Blick. Dabei ist regelmäßige Ohrenpflege eine der einfachsten Möglichkeiten, Probleme gar nicht erst entstehen zu lassen.

Wer die Ohren seines Hundes noch nie gereinigt hat, weiß vielleicht nicht, wie man dabei vorgeht – und was man dabei lieber lassen sollte. Beides erklärt dieser Artikel.

Wann Ohrenreinigung sinnvoll ist

Nicht jeder Hund braucht gleich häufig eine Ohrenreinigung. Hunde mit aufgerichteten Ohren und guter Luftzirkulation haben deutlich seltener Probleme als Hunde mit Schlappohren, dichtem Fell um die Ohren oder Hunde, die häufig schwimmen.

Als Richtwert gilt: einmal pro Woche kurz ins Ohr schauen und bei Bedarf reinigen. Ein gesundes Hundeohr sieht innen hell bis hellrosa aus, riecht neutral und hat nur wenig Cerumen – also Ohrenschmalz. Wenn das so ist: alles in Ordnung, nichts tun.

Wenn das Ohr dunkler Belag zeigt, leicht feucht wirkt oder einen merklichen Geruch hat, ist Reinigung angebracht.

Was man braucht

Ein spezieller Ohrenreiniger für Hunde – erhältlich beim Tierarzt, in Zoofachgeschäften oder online – ist das einzige, was man wirklich braucht. Dazu ein paar Wattepads oder weiche Tücher.

Kein Wasser, kein Essig, kein Olivenöl. Und auf keinen Fall Wattestäbchen in den Gehörgang einführen – das drückt Schmutz tiefer hinein und kann das Trommelfell verletzen.

Die Reinigung Schritt für Schritt

1. Hund in ruhiger Position
Am besten sitzen oder stehen, nicht liegen. Der Hund sollte die Möglichkeit haben, den Kopf zu schütteln – das gehört dazu und ist erwünscht.

2. Reiniger einträufeln
Die Ohrenreiniger-Flasche an die Ohröffnung halten und den Reiniger einträufeln. Die empfohlene Menge steht auf der Packung – in der Regel fünf bis zehn Tropfen. Nicht in den Gehörgang drücken.

3. Ohr massieren
Den Ohrknorpel von außen sanft massieren – etwa zwanzig bis dreißig Sekunden. Man hört dabei oft ein leises Gluckern. Das ist normal und zeigt, dass der Reiniger tiefer gelangt und sich Schmutz löst.

4. Schütteln lassen
Den Hund loslassen und den Kopf schütteln lassen. Dabei gelangt gelöster Schmutz und Reiniger nach außen – am besten nicht in einem hellen Raum mit weißen Wänden, wenn man es sich aussuchen kann.

5. Sichtbare Bereiche abwischen
Mit einem Wattepad oder weichem Tuch die äußere Ohrmuschel und den sichtbaren Teil des Gehörgangs abwischen. Nur was man sehen kann – nicht tiefer hineingehen.

Das war es. Kein Rubbeln, kein Stochern, kein Spülen mit Wasser.

Wie oft?

Bei gesunden Ohren reicht einmal pro Woche der kurze Blick. Wenn der Hund anfällig für Ohrprobleme ist – häufige Entzündungen, viel Schwimmen, Schlappohren – kann zweimal wöchentlich sinnvoll sein.

Nach dem Baden immer kurz die Ohren trockentupfen. Feuchtigkeit im Gehörgang ist einer der Hauptauslöser für Hefepilzprobleme.

Wann Reinigung nicht mehr reicht

Wenn das Ohr trotz Reinigung stark riecht, wenn der Belag ungewöhnlich aussieht – sehr dunkel, fast schwarz, oder gelblich-eitrig – oder wenn der Hund deutliche Beschwerden zeigt, ist das keine Pflegeaufgabe mehr. Dann gehört das zum Tierarzt.

Was hinter Ohrgeruch und Entzündungen steckt, erklärt ausführlich der Artikel Hund stinkt aus den Ohren – Ursachen und was man tun kann.

Regelmäßige Ohrenpflege ist keine große Sache – wenn man weiß, wie es geht. Und sie zahlt sich aus: Viele Ohrenentzündungen entstehen schlicht, weil zu lange nichts gemacht wurde.