Hund stinkt nach Fisch – Analdrüsen als häufigste Ursache

Der Geruch kommt irgendwo her – und er ist unmissverständlich. Fischig, intensiv, manchmal auch leicht metallisch. Viele Hundebesitzer suchen zuerst im Maul. Prüfen, was der Hund gefressen hat. Schauen, ob er vielleicht in etwas gerollt ist. Und kommen nicht drauf.

Dabei ist die Antwort fast immer dieselbe, und sie kommt von einer Körperstelle, über die kaum jemand freiwillig spricht: den Analdrüsen.

Was die Analdrüsen damit zu tun haben

Hunde haben zwei kleine Drüsen, die zu beiden Seiten des Afters liegen – jeweils etwa auf der Vier- und Acht-Uhr-Position. Diese Drüsen produzieren ein stark riechendes Sekret, das normalerweise beim Kotabsatz in kleinen Mengen abgegeben wird. Es dient Hunden zur Markierung und zur Kommunikation – jeder Hund hat so sein eigenes Geruchsprofil, weshalb sie sich gegenseitig so ausdauernd beschnuppern.

Das Problem entsteht, wenn sich die Drüsen nicht regelmäßig von selbst entleeren. Das kann passieren, wenn der Stuhl zu weich ist, wenn die Drüsen anatomisch ungünstig liegen oder einfach bei manchen Hunden, deren Drüsen dazu neigen, sich zu füllen, ohne sich zu entleeren.

Volle oder übervolle Analdrüsen riechen. Intensiv. Und dieser Geruch beschränkt sich nicht auf den After – er setzt sich im Fell rund um das Hinterteil fest, auf dem Hundebett, auf dem Sofa, im Auto. Wenn ein Hund sich irgendwo hingesetzt hat und die Stelle anschließend fischig riecht, ist die Erklärung fast immer diese.

Das Schleifen als weiteres Zeichen

Neben dem Geruch gibt es noch ein klassisches Signal: der Hund schleift seinen Hintern auf dem Boden. Das wirkt auf den ersten Blick komisch, ist aber kein Witz – es ist ein Versuch des Hundes, den Druck durch den vollen Drüseninhalt zu lindern. Nicht jeder Hund, der schleift, hat volle Analdrüsen, aber in Kombination mit einem fischigen Geruch ist es ein deutlicher Hinweis.

Gelegentlich lecken sich Hunde mit vollen Analdrüsen auch übermäßig am After. Auch das ist ein Zeichen, das man nicht ignorieren sollte.

Was jetzt zu tun ist

Die Analdrüsen können beim Tierarzt oder beim Groomer ausgeleert werden. Das ist ein schneller, unkomplizierter Eingriff – unangenehm für den Hund, aber nicht schmerzhaft, wenn die Drüsen noch nicht entzündet sind.

Wichtig: Wenn die Drüsen stark überfüllt sind oder sich bereits eine Entzündung entwickelt hat, sollte das ein Tierarzt machen und nicht selbst versucht werden. Eine entzündete Analdrüse ist schmerzhaft und kann sich zu einem Abszess entwickeln, wenn sie nicht richtig behandelt wird.

Nach dem Entleeren der Drüsen sollten Schlafplatz und alle Polster, auf denen der Hund regelmäßig sitzt, gewaschen werden. Der Geruch aus dem Sekret ist hartnäckig und hält sich in Textilien sehr lange. Normales Waschmittel reicht dafür oft nicht – Enzymreiniger sind deutlich wirksamer, weil sie die geruchsbildenden Proteine aufbrechen.

Wie oft ist das nötig?

Das ist von Hund zu Hund verschieden. Manche Hunde entleeren ihre Analdrüsen ein Leben lang ohne jegliche Hilfe. Andere brauchen alle vier bis sechs Wochen eine manuelle Entleerung, manchmal auch häufiger.

Hunde mit weichem Stuhl – etwa durch bestimmte Futtersorten oder Magen-Darm-Empfindlichkeit – haben häufiger volle Analdrüsen, weil der nötige Druck beim Kotabsatz fehlt. Eine festere Kotkonsistenz, zum Beispiel durch etwas mehr Ballaststoffe in der Ernährung, kann helfen – das sollte aber mit dem Tierarzt besprochen werden.

Kurzer Hinweis zur Abgrenzung

Fischgeruch kann beim Hund auch aus dem Maul kommen, wenn der Hund fischreiche Nahrung frisst oder bestimmte Magenprobleme hat. Das ist eine andere Ursache mit anderen Lösungsansätzen. Wer unsicher ist, woher der Geruch kommt – von vorne oder von hinten – sollte beide Stellen gezielt prüfen. Alles zum Thema Maulgeruch findet sich im Artikel Hund stinkt aus dem Maul – Ursachen und was wirklich hilft.

Ausführlicher über die Analdrüsen als Organ, ihre Funktion und alle Pflegemaßnahmen geht es im Artikel Analdrüsen beim Hund – Geruch, Ursachen und was zu tun ist.